„Die wirklich Erfolgreichen sind die, die ihr eigenes Ding machen – nicht die, die es allen recht machen wollen.“

Dieser Satz von Claudia Goebl, Opernsängerin und Mentaltrainerin für Künstler:innen, hat mich sofort getroffen. Denn er gilt nicht nur für die Bühne, sondern für uns alle. In meiner neuesten Podcastfolge spreche ich mit Claudia über die harte Realität der Kunstbranche, den Druck, sich ständig zu vergleichen, und die Herausforderung, zwischen Perfektionismus und Authentizität den eigenen Weg zu finden.

Was mich besonders fasziniert hat? Warum viele Künstler:innen trotz technischer Exzellenz an inneren Blockaden scheitern – und wie Hypnose und Mentaltraining helfen können, diese zu lösen.


Der Druck in der Kunstbranche: Warum Vergleich und Perfektionismus ausbremsen

Claudia kennt die Branche aus eigener Erfahrung: Die Klassik- und Opernwelt ist ein extrem kompetitiver Markt. Es gibt viel mehr Sänger:innen als Jobs, und der Druck, sich ständig zu vergleichen, ist enorm. Viele Künstler:innen wachsen mit dem Gefühl auf, nur dann gut genug zu sein, wenn sie besser sind als die anderen.

Doch genau das ist das Problem: Vergleich raubt Energie. Statt sich auf die eigene Entwicklung zu konzentrieren, schauen viele nach links und rechts – und verlieren dabei sich selbst aus den Augen.

Claudia sagt:
„Es ist sinnlos, sich zu vergleichen – sobald du rausgehst, sind es auf einmal Tausende. Du klickst auf YouTube, sind es Zehntausende.“

Und doch: Der Wunsch nach Kontrolle ist verständlich. Künstler:innen wollen wissen, ob ihre Leistung gut genug ist, ob sie mithalten können. Doch diese Kontrolle finden sie nie – weil sie sie bei sich selbst suchen müssen.


Authentizität als Schlüssel: Warum die wirklich Erfolgreichen anders sind

Hier kommt der entscheidende Punkt: Die wirklich Erfolgreichen sind nicht die, die perfekt sind, sondern die, die ihr eigenes Ding machen.

Claudia erklärt, dass viele Künstler:innen in ihrer Ausbildung lernen, sich anzupassen – an die Erwartungen von Lehrer:innen, Regisseur:innen, Dirigent:innen. Doch genau das wird später zum Problem: Wenn sie plötzlich auf der Bühne stehen sollen, wissen sie nicht mehr, wer sie eigentlich sind.

Die Lösung? Sich selbst finden. Sich fragen:

  • Was macht mich einzigartig?
  • Was ist mein besonderer Zugang zur Musik?
  • Warum singe ich überhaupt?

Claudia arbeitet mit ihren Klient:innen an einem Personal-Branding-Prozess, in dem sie genau diese Fragen beantworten. Denn nur wer weiß, wer sie ist, kann auch authentisch performen.


Emotionen als Superkraft: Warum wir sie nicht wegdrücken sollten

Ein weiteres zentrales Thema: Emotionen. Viele Künstler:innen lernen, ihre Gefühle wegzudrücken – weil sie funktionieren müssen. Doch genau das ist der falsche Weg.

Claudia sagt:
„Emotionen sind keine Fehler, sondern gehören zum Menschsein dazu. Als Künstler:in ist es unsere Aufgabe, mit ihnen umzugehen – nicht sie wegzudrücken.“

Denn Emotionen sind es, die eine Performance lebendig machen. Sie sind der Grund, warum wir als Zuhörer:innen berührt werden. Wer seine Emotionen zulässt, kann sie auch auf der Bühne zeigen – und damit das Publikum erreichen.

Doch das gilt nicht nur für Künstler:innen. Es gilt für uns alle. Denn wir alle haben Emotionen, die uns manchmal überfordern – Wut, Angst, Traurigkeit. Und wir alle haben gelernt, sie wegzudrücken, weil sie „unpraktisch“ oder „unangemessen“ scheinen. Dabei sind sie oft der Schlüssel zu dem, was wir wirklich brauchen.


Hypnose als Werkzeug: Wie man Blockaden löst und tiefe Veränderung bewirkt

Claudia hat in meiner Hypnoseausbildung ihr „goldenes Werkzeug“ gefunden. Denn Hypnose ermöglicht es, in wenigen Minuten an die wahren Themen zu kommen – und nicht nur Symptome zu bekämpfen.

Ein Beispiel: Eine ihrer Klientinnen hatte extreme Bühnenangst. In der Hypnose zeigte sich, dass sie sich in einem Metallkäfig gefangen fühlte. Doch als Claudia sie fragte, ob sie rauswolle, antwortete sie: „Ja, aber wenn ich rausmuss, dann muss ich perfekt singen.“

Plötzlich war klar: Es ging nicht um die Angst, sondern um den Perfektionismus. Und genau daran konnten sie arbeiten.

Hypnose hilft auch bei körperlichen Symptomen wie Reflux, die oft psychosomatisch sind. Viele Künstler:innen wissen rational, dass sie eine Pause brauchen – doch emotional können sie nicht loslassen. Hypnose macht diese Blockaden bewusst – und löst sie.


Vereinbarkeit von Beruf und Familie: Wie Claudia es schafft

Claudia ist nicht nur Künstlerin und Mentaltrainerin, sondern auch Mutter von zwei Kindern. Sie kennt die Herausforderungen, Bühnenleben, Familie und Gesundheit unter einen Hut zu bringen.

Ihre Strategien:

  • Organisation ist alles: Sie hat ein „Manager-Ich“ entwickelt, das sich um die logistischen Dinge kümmert – damit sie selbst kreativ bleiben kann.
  • Flexibilität: Sie springt spontan ein, wenn andere absagen – und liebt diese Herausforderung.
  • Gesundheit geht vor: Wenn die Kinder krank sind, trägt sie FFP2-Masken zu Hause, um sich zu schützen.

Doch sie betont auch: Es gibt kein perfektes Gleichgewicht. Manchmal muss sie Kompromisse eingehen – und das ist okay.


Fazit: Was wir alle von Künstler:innen lernen können

Die Gespräche mit Claudia haben mir gezeigt: Die Herausforderungen von Künstler:innen sind oft die gleichen wie unsere eigenen.

  • Vergleich raubt uns Energie.
  • Perfektionismus hält uns gefangen.
  • Emotionen wegzudrücken führt zu innerer Leere.

Doch es gibt einen Weg heraus: Sich selbst finden. Emotionen zulassen. Blockaden lösen.

Und genau dabei kann Hypnose helfen.


Hör dir meine Podcast-Folge dazu an, wenn du mehr zu diesem Thema erfahren möchtest!