Kennst du das? Du hast endlich ein Zeitfenster, in dem du nichts musst – und plötzlich fühlst du dich überfordert. Nicht weil du zu viel zu tun hast, sondern weil du vergessen hast, wie es geht, einfach nur für dich da zu sein. Das ist kein Zufall. Als Eltern leben wir oft im Reaktionsmodus: Wir springen von einer Aufgabe zur nächsten, löschen Brände, organisieren, trösten, arbeiten – und irgendwann verlieren wir uns selbst aus den Augen.
In diesem Interview mit Karolin Habekost, Expertin für Zeitmanagement und Vereinbarkeit, sprechen wir über genau diese Momente. Über das Gefühl, keine Hobbys mehr zu haben, weil die Zeit dafür fehlt. Über die Kopf-frei-Methode, die dir hilft, strukturierter und selbstbestimmter zu leben. Und darüber, wie du wieder lernst, deine freie Zeit bewusst zu nutzen – ohne schlechtes Gewissen.
Warum wir im Reaktionsmodus feststecken
Elternschaft ist wie ein Dauer-Marathon ohne Zielgerade. Du bist ständig gefordert, aber selten selbstbestimmt. Und wenn dann doch mal Zeit für dich übrig bleibt, fühlst du dich leer – weil du es nicht mehr gewohnt bist, eigene Bedürfnisse zu haben.
Karolin Habekost erklärt, warum das so ist:
- Wir leben im „Fremdbestimmungsmodus“: Unser Tag wird von den Bedürfnissen anderer diktiert – Kinder, Partner, Job, Haushalt.
- Wir haben uns Hobbys abgewöhnt: Weil sie in der Elternzeit oft nicht umsetzbar sind, verlieren wir den Bezug zu Dingen, die uns Freude machen.
- Wir fühlen uns schuldig: Selbst wenn wir Zeit für uns haben, denken wir: „Eigentlich sollte ich…“ – und schon ist die Entspannung dahin.
Die Lösung? Nicht noch mehr To-dos, sondern Bewusstsein und Struktur.
Die Kopf-frei-Methode: Wie du aus dem Chaos in die Klarheit kommst
Karolins Kopf-frei-Methode ist kein starres Zeitmanagement-System, sondern ein flexibles, agiles Tool, das sich deinem Leben anpasst. Der Kern:
- Alles raus aus dem Kopf – Schreibe alle Aufgaben, Ideen und Wünsche auf (auch die kleinen Dinge wie „Ich möchte mal wieder ein Buch lesen“).
- Priorisiere bewusst – Nicht: „Was muss ich tun?“ sondern: „Was möchte ich tun?“
- Entscheide dich aktiv – Wenn du drei Stunden frei hast, frag dich: „Was gibt mir jetzt Energie?“ – und dann mach es ohne schlechtes Gewissen.
Das Geheimnis? Es geht nicht darum, perfekt zu sein. Sondern darum, wahrhaftig zu dir selbst zu sein.
Hypnose für Kinder – und warum Eltern oft der Schlüssel sind
Ein besonders spannender Teil des Gesprächs: Wie Hypnose Kindern helfen kann – und warum oft die Eltern der Auslöser für Symptome sind.
- Kinder sind Symptomträger – sie zeigen oft unbewusste Themen der Familie (z. B. Bauchschmerzen, wenn die Mama unter Druck steht).
- Hypnose kann Blockaden lösen – nicht nur bei Erwachsenen, sondern auch bei Kindern (z. B. durch fantasievolle Geschichten).
- Eltern können ihre Kinder unterstützen, indem sie eigene Themen aufarbeiten – oft löst sich dann das Symptom beim Kind von allein.
Wichtig: Es geht nicht um Schuldzuweisungen, sondern darum, Verantwortung für das eigene Wohlbefinden zu übernehmen – und damit auch für das der Kinder.
Vereinbarkeit ist kein Perfektionsprojekt
Viele denken, erfüllte Vereinbarkeit bedeutet:
100% im Job
100% für die Kinder da sein
100% die perfekte Partnerin/der perfekte Partner sein
100% entspannt und ausgeglichen
Die Wahrheit? Das ist unmöglich – und vor allem ungesund.
Echte Vereinbarkeit bedeutet:
✔ Better than perfect – Es geht nicht um Perfektion, sondern um Authentizität.
✔ Selbstbestimmung – Du entscheidest, was dir wichtig ist – und lässt den Rest bewusst weg.
✔ Puffer einbauen – Kinder brauchen Freiheit, um sich zu entfalten – und Eltern brauchen Zeit für sich, um nicht auszubrennen.
Fazit: Du darfst wieder du selbst sein
Elternschaft verändert dich – aber sie sollte dich nicht aufgeben lassen. Es ist okay, wenn du:
- Keine Ahnung hast, was du in deiner freien Zeit tun sollst.
- Hobbys vergessen hast, weil sie in den letzten Jahren nicht passten.
- Schlechtes Gewissen spürst, wenn du mal nichts tust.
Der erste Schritt? Erlaube dir, wieder eigene Bedürfnisse zu haben. Probier aus, was dir guttut. Nutze Methoden wie die Kopf-frei-Methode oder Selbsthypnose, um Klarheit zu gewinnen. Und vor allem: Hör auf, dich selbst zu vernachlässigen.
Hör dir meine Podcast-Folge dazu an, wenn du mehr zu diesem Thema erfahren möchtest!