Manchmal entsteht ein Business nicht aus einem klaren Plan, sondern aus dem eigenen Leben heraus. Aus Erfahrungen, aus Krisen, aus Momenten, in denen man merkt: Das hier trägt mich – und vielleicht auch andere. In dieser Podcastfolge spreche ich mit Katy von Seelensport genau über diesen Weg. Über das Spannungsfeld zwischen persönlicher Geschichte und professioneller Selbstständigkeit. Und darüber, was es bedeutet, mit dem eigenen Thema sichtbar zu werden.
Gerade für Menschen, die aus einem sehr persönlichen Antrieb heraus arbeiten – sei es im Coaching, im Trainingsbereich oder in der Begleitung anderer – ist diese Frage zentral: Kann aus dem eigenen Erleben ein tragfähiges Business entstehen?
Vom Studium in die Bewegung – ein Weg ohne Masterplan
Katys beruflicher Startpunkt lag weit entfernt von dem, was sie heute macht. Sie hat Geschichte studiert, mit dem klaren Wunsch nach Sicherheit, Struktur und einer klassischen Anstellung. Selbstständigkeit war für sie lange Zeit kein Thema – eher das Gegenteil.
Parallel dazu spielte Bewegung eine immer größere Rolle in ihrem Leben. Nicht als Karriereidee, sondern als etwas sehr Persönliches. Sport wurde für sie zu einem wichtigen Anker, besonders in Zeiten von Trauer und emotionaler Belastung. Ohne sportwissenschaftlichen Hintergrund, ohne Ausbildung – einfach als eigener Erfahrungsraum.
Was dabei auffiel: Andere Menschen wurden neugierig. Sie beobachteten, was sie machte, stellten Fragen, wollten mitmachen. Die Art, wie Katy sich bewegte, war spürbar anders – weniger funktional, dafür sehr körpernah, intuitiv und emotional.
Wenn innere Klarheit langsam wächst
Der Wunsch, das eigene Erleben weiterzugeben, entwickelte sich schrittweise. Nicht als plötzliche Entscheidung, sondern als leises inneres Wissen: Da ist etwas, das größer werden will. Gleichzeitig waren da Zweifel. Die Frage nach der eigenen Berechtigung. Und der Gedanke: Ich bin doch Historikerin – wie soll das zusammenpassen?
Der erste Schritt führte sie in ein Fitnessstudio, zunächst angestellt, ohne formale Ausbildung. Ihre Kompetenz zeigte sich nicht über Zertifikate, sondern über Präsenz, Erfahrung und die Resonanz der Menschen. Die Kurse, die sie hielt, waren geprägt von Nähe, emotionaler Offenheit und einem sehr individuellen Zugang zur Bewegung.
Gleichzeitig wurde deutlich, wie fordernd diese Arbeitsbedingungen waren: lange Arbeitszeiten, wenig Wertschätzung, kaum finanzielle Sicherheit. Ein Zustand, der auf Dauer nicht tragfähig war.
Ausbildung, Umwege und bewusste Entscheidungen
Um ihren Weg weiterzugehen, traf Katy eine klare Entscheidung: Sie investierte in sich. Parallel zu einem besser bezahlten Job begann sie, umfassende Aus- und Weiterbildungen im Bereich Bewegung, Training und Gesundheit zu machen. Yoga, Pilates, funktionelles Training, Gesundheitskonzepte – sie wollte verstehen, vertiefen und verbinden.
Ergänzend dazu absolvierte sie eine Ausbildung zur Trauerbegleiterin. Ein Schritt, der ihre persönliche Geschichte und ihre berufliche Ausrichtung noch enger miteinander verband.
In dieser Zeit entstand auch der Name Seelensport – als Ausdruck dessen, was ihre Arbeit im Kern ausmacht: Bewegung nicht getrennt vom inneren Erleben zu betrachten, sondern als ganzheitlichen Prozess.
2017 gründete sie schließlich offiziell ihr Business.
Arbeiten mit dem eigenen Thema – Chance und Herausforderung zugleich
Ein zentrales Thema unseres Gesprächs ist die Frage, wie es sich anfühlt, täglich mit einem Thema zu arbeiten, das aus der eigenen Geschichte heraus entstanden ist. Denn das bringt nicht nur Tiefe und Authentizität mit sich, sondern auch Konfrontation.
Das eigene Thema ist nie „abgehakt“. Es entwickelt sich weiter, zeigt neue Facetten und fordert immer wieder bewusste Selbstreflexion. Gleichzeitig entsteht genau daraus eine besondere Qualität in der Arbeit: Echtheit, Verständnis und eine sehr feine Wahrnehmung für die Menschen, die diesen Weg teilen.
Fazit: Dein Weg darf sich entwickeln
Diese Podcastfolge macht deutlich: Ein Herzensbusiness entsteht selten geradlinig. Es wächst aus Erfahrungen, aus Umwegen und aus der Bereitschaft, dem eigenen inneren Kompass zu folgen.
Es braucht nicht immer den einen klaren Moment oder die perfekte Ausgangslage. Oft reicht es, dem nachzugehen, was sich stimmig anfühlt – Schritt für Schritt. Mit Offenheit, mit Lernbereitschaft und mit dem Mut, sich selbst ernst zu nehmen.
Hör dir meine Podcast-Folge dazu an, wenn du mehr zu diesem Thema erfahren möchtest!