Es gibt Interviews, in denen man schon nach wenigen Minuten spürt, wie viel Herz, Erfahrung und tiefe Verbundenheit im Gegenüber steckt. Genau so fühlt es sich an, wenn Sarah Radtke – Psychologin und Hypnotherapeutin über ihre Arbeit spricht. Ihr Weg ist ein schönes Beispiel dafür, wie sich berufliche Expertise, persönliche Werte und der Wunsch nach ganzheitlicher Begleitung auf natürliche Weise miteinander verweben können.
In unserem Gespräch nimmt sie uns mit in ihre Praxis, erzählt von ihrer Reise mit Yoga, Körperarbeit und Hypnose – und wie ein Golden Retriever namens Benno zu einem unverzichtbaren Teil ihrer Arbeit mit Kindern geworden ist.
Wie alles begann: Verbindung zwischen Kopf und Körper
Seit 2018 arbeitet Sarah in ihrer eigenen Praxis und begleitet dort Menschen jeden Alters – vom Kleinkind bis zum Erwachsenen. Über die Jahre hat sie immer wieder ein Thema beobachtet:
Wir brauchen mehr Verbindung zwischen dem, was wir denken, und dem, was wir fühlen und körperlich erleben.
Diese Einsicht führte sie zu einer Weiterbildung in Yoga und öffnete ihr den Raum, Hypnosearbeit und Körperarbeit miteinander zu kombinieren – ein Feld, in dem sie sich heute zuhause fühlt. Alles ohne große Worte, sondern sehr bodenständig und aus ihren eigenen Praxiserfahrungen heraus.
Ein lange gehegter Wunsch: Tiergestützte Arbeit
Ein Traum, den Sarah bereits seit über zehn Jahren in sich trug, wurde 2021 Wirklichkeit: Golden Retriever Benno zog in ihre Familie ein.
Benno ist nicht nur Familienhund, sondern auch Therapiehund – mit feinem Gespür, einem ruhigen Wesen und der Fähigkeit, Menschen emotional zu erreichen.
Dass er irgendwann einmal Kinder im Yoga begleiten würde, war zunächst gar nicht geplant. Aber manchmal entstehen die schönsten Dinge einfach aus dem Alltag heraus.
Wie Kinder-Yoga mit Hund entstand
Eigentlich wollte Sarah die Kinder-Yoga-Ausbildung nur für ihre Tochter und deren Freundinnen machen. Doch die Kombination aus kindgerechtem Yoga, Körperwahrnehmung und einem Hund, der unmittelbar Ruhe und Freude ausstrahlt, sprach sich sehr schnell herum. Aus ein paar privaten Nachmittagen wurde ein wachsendes Angebot – und schließlich ein fester Kurs, der bis heute enorm gefragt ist.
Besonders Freitagnachmittage haben sich als idealer Zeitpunkt erwiesen:
Kinder kommen müde und überreizt aus der Woche, Eltern übergeben sie mit den Worten „Bitte einmal beruhigen“ – und dann beginnt ein kleiner Zauber, der im Kursraum spürbar wird.
Eine Reise auf dem Zauberteppich: Werte, Geschichten und Bewegungsfreude
Das Herzstück der Stunde ist eine Fantasiereise, bei der Benno als „Reisebegleiter“ auftritt. Jede Woche bringt er einen Wert mit – etwa Mut, Freundschaft, Dankbarkeit oder Naturverbundenheit.
Die Kinder fliegen gedanklich auf ihrem Zauberteppich los, begleitet von Atemübungen, sanften Bewegungen und liebevollen Bildern, die sie tief in ihre Vorstellungskraft eintauchen lassen.
Symbolische Figuren, Tiere oder Wesen, die diese Werte verkörpern, begegnen ihnen unterwegs. So erleben die Kinder auf spielerische Art, wie sie in Kontakt mit inneren Ressourcen treten können – nicht als Versprechen einer Wirkung, sondern als Erfahrung, die in ihrem eigenen Tempo entsteht.
Dazu gehören auch kreative Elemente wie Atemrhythmen, Bewegungsübungen, das Beobachten der Umgebung von oben oder kleine Yoga-Positionen, die auf der imaginären Reise auftauchen.
Und natürlich: Benno, der mit seiner sanften Art würfelt, schnuppert, beobachtet – und allein durch seine Anwesenheit eine Atmosphäre schafft, in der Entspannung oft wie von selbst entsteht.
Warum diese Arbeit so besonders ist
Was Sarah beschreibt, ist kein Yoga im klassischen Sinn und auch keine Hypnosesitzung. Es ist ein Raum für Fantasie, Ruhe, Bewegung und Begegnung – mit sich selbst, mit dem eigenen Körper und mit einem Tier, das Sicherheit vermittelt.
Gerade Kinder profitieren davon, wenn sie in stressigen oder überreizten Zeiten eine Möglichkeit bekommen, in eine innere Welt einzutauchen, in der sie ruhig werden dürfen.
Nicht als Methode zur Problemlösung, sondern als Erfahrung von Verbindung und innerer Stabilität.
Fazit
Die Geschichte von Sarah Radtke zeigt, wie viel entstehen kann, wenn man seine Leidenschaft ernst nimmt und mutig kombiniert, was auf den ersten Blick vielleicht nicht zusammengehört.
Hypnose, Yoga, Körperarbeit, ein Therapiehund – und vor allem ein großes Herz für Kinder.
Man spürt sofort, wie sehr Sarah ihren Weg gefunden hat und wie viel Freude sie dabei empfindet, ihre Arbeit lebendig und kindgerecht zu gestalten.
Hör dir meine Podcast-Folge dazu an, wenn du mehr zu diesem Thema erfahren möchtest!