Eine Frage am Tag: Was hilft mir Aufgaben anzupacken?

Was hilft mir Aufgaben anzupacken?

Das Thema Prokrastination oder Aufschieben tauchte schon in ein paar anderen Fragen auf, dabei ging es aber eher um die Ursachen für das Aufschieben (https://www.drjohannadisselhoff.de/2016/10/20/eine-frage-am-tag-22/) oder darum, in kleinen Schritten ein Ziel zu erreichen (https://www.drjohannadisselhoff.de/2016/09/28/eine-frage-am-tag-6/). Die Ursache für das eigene Aufschieben zu kennen, kann helfen, damit umzugehen. Allerdings ist es auch wichtig, eine eigene Strategie zu haben. Vielleicht erscheint das nicht so dringend, wenn gerade alles läuft und wir mit all unseren Aufgaben gut zurecht kommen. Gerade dann macht es allerdings Sinn, sich darüber bewusst zu werden, warum gerade alles gut läuft und warum es uns leicht fällt. Denn dann kann uns das helfen, wenn es uns irgendwann einmal nicht mehr so leicht fallen sollte, unsere Aufgaben zu erledigen. Vielleicht weil wir krank sind, überlastet oder einen Schicksalsschlag erleiden mussten. Wenn uns das Leben aus der Bahn geworfen hat (mal mehr oder weniger stark), ist es oft sehr schwer, sich wieder zurück in den Alltag zu kämpfen. In diesen Fällen hilft es, sich an alte Routinen zu erinnern. Und das ist natürlich umso einfacher, wenn wir uns diese Frage schon einmal beantwortet haben.

Was hilft Ihnen dabei, Ihre Aufgaben anzupacken?

Mir persönlich hilft es sehr, mir Termine zu setzen, am Besten mit anderen Personen und entsprechenden Arbeitsaufträgen. Dann muss ich mich aufraffen zu arbeiten, egal wie es mir gerade geht. Und wenn ich mich dann erstmal aufgerafft habe, bin ich auch wieder schnell im „flow“.

Eine Frage am Tag: Wieso schiebe ich bestimmte Aufgaben immer wieder auf?

Wieso schiebe ich bestimmte Aufgaben immer wieder auf?

Aufschieberitis oder auch Prokrastination genannt, ist ein Phänomen, was wir wahrscheinlich alle kennen. Es gibt einfach Aufgaben, die wir ständig vor uns her schieben und die wie ein Damoklesschwert über uns schweben. Wir erfinden Ausreden oder lenken uns ab, um diese Aufgaben bloß nicht erledigen zu müssen.

Natürlich muss man unterscheiden zwischen Aufgaben, die irgendwann zwingend erledigt werden müssen, wie bspw. die Steuererklärung, oder Aufgaben, die wir uns selbst auferlegen, wie bspw. Ausmisten, Aufräumen oder ein bestimmtes Ziel erreichen.

Die Steuererklärung machen wir dann meistens auf den letzten Drücker. Das klappt dann zwar noch, allerdings sind wir gestresst und genervt. Es gibt einfach meistens null Anreize eine solche Aufgabe zu erfüllen.

Unsere selbstgesteckten Ziele behandeln wir aber leider manchmal genauso und schieben sie vor uns her. Warum eigentlich? Unsere persönlichen Ziele müssten uns doch wesentlich wichtiger sein als die Steuererklärung, oder?

Ja das sind sie auch, aber unsere persönlichen Ziele sind meistens anspruchsvoll und fordern uns heraus. Wir gehen sie dann nicht an, weil wir Angst haben zu scheitern und uns vielleicht nicht genug zutrauen. Wenn wir unsere Ziele allerdings gar nicht angehen, dann sind wir ja schon gescheitert. Natürlich geben wir unsere Ziele daher nicht einfach so auf, sondern wir suchen uns Ausreden, um sie nicht anzugehen.

Ich habe mir bspw. lange eingeredet, dass die Wohnung erst komplett ordentlich und geputzt sein müsste, um dann effektiv an meiner Doktorarbeit schreiben zu können. Das hat natürlich dazu geführt, dass ich zwar oft die Wohnung aufgeräumt habe, aber nur selten tatsächlich an meiner Doktorarbeit schrieb. Als mir irgendwann auffiel, dass ich mich immer auf diese Weise vor der eigentlichen Aufgabe drücke, habe ich gegengesteuert. Ich habe dann angefangen, mich jeden Tag für min. 20 Minuten an meine Arbeit zu setzen, selbst wenn ich nur einen Text gelesen habe oder drei Sätze geschrieben habe. Ich habe mich aber drangesetzt. Und das war entscheidend. Denn mindestens einmal pro Woche geriet ich in den „flow“, hatte gute Ideen und konnte ein paar Absätze schreiben. Und so habe ich es dann doch geschafft, die Arbeit fertigzustellen mit der 20-Minuten-Methode (mehr dazu: https://www.drjohannadisselhoff.de/2016/09/28/eine-frage-am-tag-6/).

Also, was schieben sie an persönlichen Zielen vor sich her und warum?

Eine Frage am Tag: Wofür sollte ich mir heute dringend mal 20 Minuten Zeit nehmen?

Wofür sollte ich mir heute dringend mal 20 Minuten Zeit nehmen?

Wir schieben bestimmte Aufgaben gerne mal vor uns her. Allerdings nagt das ständig an uns und wir quälen uns damit. Mittlerweile gibt es ganze Forschungszweige zu dem Phänomen der Prokrastination, dem Aufschieben.

Wikipedia definiert Prokrastination als „das Verhalten, als notwendig, aber unangenehm, empfundene Arbeiten immer wieder zu verschieben, anstatt sie zu erledigen“. Darin steckt wahrscheinlich auch schon ein Teil der Antwort darauf, warum wir Dinge aufschieben. Weil sie zwar notwendig sind, aber nicht so wirklich dringend. Irgendwann werden sie dringend und dann erledigen wir sie auch. Bis dahin quälen wir uns aber mit dem Wissen, dass wir das irgendwann erledigen müssen. Und das kostet wirklich viel unnötige Energie. Daher die heutige Frage: Was können Sie sofort heute angehen und dafür 20 Minuten opfern?

20 Minuten kommen Ihnen zu wenig vor, um eine Aufgabe zu beginnen? Das lohnt sich ja gar nicht, macht keinen Sinn und bringt sowieso nix? Probieren Sie es einfach aus. In 20 Minuten kann man erstaunlich viel erledigen. Stellen Sie sich einen Wecker und fangen Sie an.

Und wenn Sie fertig sind, dann berichten Sie von Ihrer Erfahrung. Was haben Sie in den 20 Minuten erreicht?