Eine Frage am Tag: Kann eine Frage die Antwort sein?

Kann eine Frage die Antwort sein?

Wir suchen ständig nach Antworten, nach Lösungen, nach Patentrezepten und natürlich finden wir auch hin und wieder eine Lösung. Doch allzu oft merken wir nach einer Weile, dass wir doch wieder weiter suchen müssen, weil es noch nicht die richtige Antwort war. Oder haben wir vielleicht einfach nicht die richtige Frage gestellt?

Unsere Welt ist fast nur noch auf Lösungen ausgelegt. Egal ob in den Medien, in der Werbung, in der Medizin oder in vielen anderen Bereichen. Die oberste Marketingregel heißt „verkaufe Lösungen, nicht Probleme“. Diese Einstellung suggeriert uns, dass es für alles eine Lösung gibt, und vor allem, dass man diese kaufen kann. Probleme kann man aber nicht immer mit Geld beheben und viele vermeintliche Lösungen verschleiern nur unser eigentliches Problem und bringen uns weiter weg von uns selbst. Um unsere Probleme nachhaltig und dauerhaft zu lösen und uns dadurch weiterzuentwickeln, müssen wir uns mit uns selbst beschäftigen. Wir müssen ehrlich zu uns selbst sein, uns über unsere Werte, Ziele und Vorstellungen klar werden und einen Lebensweg einschlagen, der zu uns selbst passt.

Es gibt keine Patentlösungen. Es gibt nicht auf alle Fragen eine Antwort und nicht alle Fragen sind passend für uns. Nicht jedes Problem muss unser Problem sein und vor allem: das gleiche Problem kann nicht immer mit der gleichen Antwort gelöst werden. Denn unsere Probleme sind oft nur Symptome und gehen eigentlich auf eine andere Ursache zurück. Daher lassen sich die vermeintlich gleichen Probleme verschiedener Personen nicht mit der selben Lösung beheben. Sinnvoll ist es daher eher, sich die individuelle Situation einer Person anzuschauen. Wenn Ihnen also jemand eine Patentlösung anbietet, ohne Ihre individuelle Situation zu kennen, dann seien Sie vorsichtig.

Das Projekt „Eine Frage am Tag“ sollte zeigen, wie wichtig es ist, mit sich selbst in Kontakt zu sein. Sie brauchen keinen Ratgeber, keinen Guru und schon gar keine Patentlösung. Sie brauchen vielleicht hier und da ein paar Informationen, um sich selbst besser zu verstehen und hin und wieder mal jemanden, mit dem sie offen und vertrauensvoll sprechen können. Wir müssen uns nicht ständig verbessern, optimieren oder verändern. Eigentlich müssen wir nur mit uns selbst und den Menschen, die uns wichtig sind in Kontakt bleiben.

Wenn Sie das Projekt „Eine Frage am Tag“ verfolgt haben, dann können Sie sicher mittlerweile einige der größeren Fragen in Ihrem Leben für sich beantworten. (Allerdings ändern sich unsere Antworten auch immer mal wieder und es lohnt sich, das ab und zu zu hinterfragen. Auch als Paar kann es hilfreich sein, sich hin und wieder über bestimmte „Grundsatzfragen“ zu unterhalten und die Einstellungen zu prüfen. Denn hier ändert sich über die Zeit der Beziehung immer mal wieder etwas, ohne dass wir es merken. Und das kann irgendwann zu Problemen führen, weil man sich auseinander lebt, ohne es zu merken. Also stellen Sie sich immer mal wieder ein paar grundsätzliche Fragen.)

Zum Abschluss habe ich hier noch ein paar „große“ Fragen für Sie, falls Sie die letzten drei Monate zusammenfassen wollen. Die Antworten auf diese Fragen ergeben sich größtenteils aus den vielen kleinen Fragen der letzten Wochen.

  • Was sind meine Stärken?
  • Was sind meine Ziele?
  • Welche Kompetenzen brauche ich, um meine Ziele zu erreichen?
  • Was brauche ich zu meinem persönlichen Glück?
  • Wie gehe ich mit meinen Emotionen um?
  • Was ist mir wirklich wichtig?
  • Wer ist mir wirklich wichtig?
  • Wie will ich leben?
  • Was will ich noch erleben?
  • Wie will ich arbeiten?
  • Wer will ich sein?

Das Projekt „Eine Frage am Tag“ ist nun also vorbei. Ich bedanke mich bei Ihnen für Ihr Interesse, die vielen Kommentare und das tolle Feedback. Und es interessiert mich natürlich brennend, wie es Ihnen geht.
Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Was ist in den letzten drei Monaten passiert? Welche Frage hat etwas bei Ihnen ausgelöst? Wie haben Sie das Projekt erlebt?
Schreiben Sie mir Ihre Antwort als Kommentar oder gerne auch per Email, wenn Sie Ihre Antwort nicht öffentlich posten wollen. Ich freue mich sehr auf Ihre Rückmeldung!

Im Januar geht es dann weiter mit „Eine Frage an…“, einer kleinen Interview-Reihe mit Fragen aus dem Projekt. Und Sie werden natürlich weiterhin von mir mit Blogbeiträgen versorgt.

Also, was hat das Projekt mit Ihnen gemacht?

Hinweis: Sollten durch die Fragen bei Ihnen selbst- oder fremdverletzende Gedanken auftreten, wenden Sie sich bitte umgehend an Ihren Arzt oder Psychotherapeuten.

3 Gedanken zu „Eine Frage am Tag: Kann eine Frage die Antwort sein?

  1. Susanne sagt:

    Ich denke, dass es gar nicht darauf ankommt, auf alle Fragen eine Antwort zu finden. Wichtig ist eher, die richtigen (oder: immer bessere) Fragen zu stellen.

  2. Barbarafragtsich sagt:

    Hallo,
    ich bin gerade auf diesen tollen Blog gestoßen. Ich habe ein ähnliches Thema und beantworte mir auch jeden Tag eine Frage. Hier komme ich zukünftig gerne vorbei, um vielleicht noch andere Antworten zu finden.
    Herzlichen Dank für diese tolle Idee!

    • Johanna Disselhoff sagt:

      Liebe Barbara,
      das freut mich natürlich sehr, dass Dir mein Blog so gut gefällt. Ich wünsche Dir mit Deinem Blog viel Erfolg und Spaß!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

− 6 = 4