Eine Frage am Tag: Wieso schiebe ich bestimmte Aufgaben immer wieder auf?

Wieso schiebe ich bestimmte Aufgaben immer wieder auf?

Aufschieberitis oder auch Prokrastination genannt, ist ein Phänomen, was wir wahrscheinlich alle kennen. Es gibt einfach Aufgaben, die wir ständig vor uns her schieben und die wie ein Damoklesschwert über uns schweben. Wir erfinden Ausreden oder lenken uns ab, um diese Aufgaben bloß nicht erledigen zu müssen.

Natürlich muss man unterscheiden zwischen Aufgaben, die irgendwann zwingend erledigt werden müssen, wie bspw. die Steuererklärung, oder Aufgaben, die wir uns selbst auferlegen, wie bspw. Ausmisten, Aufräumen oder ein bestimmtes Ziel erreichen.

Die Steuererklärung machen wir dann meistens auf den letzten Drücker. Das klappt dann zwar noch, allerdings sind wir gestresst und genervt. Es gibt einfach meistens null Anreize eine solche Aufgabe zu erfüllen.

Unsere selbstgesteckten Ziele behandeln wir aber leider manchmal genauso und schieben sie vor uns her. Warum eigentlich? Unsere persönlichen Ziele müssten uns doch wesentlich wichtiger sein als die Steuererklärung, oder?

Ja das sind sie auch, aber unsere persönlichen Ziele sind meistens anspruchsvoll und fordern uns heraus. Wir gehen sie dann nicht an, weil wir Angst haben zu scheitern und uns vielleicht nicht genug zutrauen. Wenn wir unsere Ziele allerdings gar nicht angehen, dann sind wir ja schon gescheitert. Natürlich geben wir unsere Ziele daher nicht einfach so auf, sondern wir suchen uns Ausreden, um sie nicht anzugehen.

Ich habe mir bspw. lange eingeredet, dass die Wohnung erst komplett ordentlich und geputzt sein müsste, um dann effektiv an meiner Doktorarbeit schreiben zu können. Das hat natürlich dazu geführt, dass ich zwar oft die Wohnung aufgeräumt habe, aber nur selten tatsächlich an meiner Doktorarbeit schrieb. Als mir irgendwann auffiel, dass ich mich immer auf diese Weise vor der eigentlichen Aufgabe drücke, habe ich gegengesteuert. Ich habe dann angefangen, mich jeden Tag für min. 20 Minuten an meine Arbeit zu setzen, selbst wenn ich nur einen Text gelesen habe oder drei Sätze geschrieben habe. Ich habe mich aber drangesetzt. Und das war entscheidend. Denn mindestens einmal pro Woche geriet ich in den „flow“, hatte gute Ideen und konnte ein paar Absätze schreiben. Und so habe ich es dann doch geschafft, die Arbeit fertigzustellen mit der 20-Minuten-Methode (mehr dazu: https://www.drjohannadisselhoff.de/2016/09/28/eine-frage-am-tag-6/).

Also, was schieben sie an persönlichen Zielen vor sich her und warum?

3 Gedanken zu „Eine Frage am Tag: Wieso schiebe ich bestimmte Aufgaben immer wieder auf?

  1. Brehm, Petra sagt:

    Für mich trifft das eher nicht zu. Meine Ziele verwirkliche ich so gut es geht. Natürlich gibt es lästige Aufgaben wo meine Motivation auch gering ist, aber ich finde das normal.

  2. Ariane sagt:

    Mir ist die Zeit zu schade für Quatsch. ich schiebe alles auf um im letzten Moment was zu reissen und dann um so stolzer zu sein.
    No risk no fun 🙂

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