Warum bekomme ich Panik, wenn mein Handy ausfällt?

Im Sommer gab es mal ein paar Tage lang Probleme mit dem Handynetz eines großen deutschen Mobilfunkanbieters und ich konnte weder das Internet nutzen noch telefonieren mit meinem Handy. An diesem Tag war ich mit einer Freundin verabredet und hatte mich nicht weiter auf das Treffen vorbereitet, da ich mir dachte, dass ich sie ja von unterwegs aus anrufen könnte und sie mir dann nochmal genau erklären könnte, wie ich zum Treffpunkt komme. Eine Frage am Tag: Warum bekomme ich Panik, wenn mein Handy ausfällt?Außerdem hatte ich mich auch total darauf verlassen, dass ich ja Google Maps benutzen könnte, wenn ich es nicht direkt finde.
Nun saß ich also morgens im Zug, zückte mein Handy und merkte dann, dass es nicht funktionierte. Totaler Ausfall des Handynetzes. Ich konnte weder telefonieren, noch das Internet nutzen.
Für einen kurzen Moment gingen die Gedanken mit mir durch. Wie soll ich den Treffpunkt finden? Was wenn ich zu spät komme, wie soll ich dann Bescheid sagen? Was ist überhaupt los, warum geht das Handynetz nicht? Nach ein paar Minuten allein mit meinen Gedanken war ich mir sicher, dass es sich um ein Anzeichen einer beginnenden Apokalypse handeln müsse. In Filmen bricht schließlich auch meistens als Erstes die Kommunikation zusammen, bevor dann die Zombies kommen. (Wenn das nicht so wäre, könnte man sich ja gegenseitig warnen und dann wäre das alles halb so spannend…)
Zum Glück kam genau in diesem Moment auf dem Höhepunkt meiner gedanklichen Horrorvorstellung der Schaffner und riss mich aus meinen Gedanken. Er war so gut gelaunt und freundlich, dass ich mich sofort wieder beruhigte. Als ich mich umschaute, merkte ich, dass ich wohl die Einzige war, die so in Panik verfallen war. Dann begann ich darüber nachzudenken, wie wir das früher gemacht haben, als es noch keine Handys gab. Ich bin zwar noch jung, aber auch nicht so jung, dass ich mich nicht mehr daran erinnern könnte.
Ich weiß sogar noch, dass unser erstes Handy (damals war es noch ein Familienhandy, was man abwechselnd mitnahm) so groß war, dass es kaum in meine kleine Handtasche passte. Mitnehmen musste ich es aber trotzdem, weil meine Eltern wollten, dass ich erreichbar bin und telefonieren kann. Mich selbst hat das Handy eher genervt. Interessant in welch kurzer Zeit das Handy ein essenzieller Bestandteil unseres Alltags geworden ist.
Jedenfalls fiel mir dann wieder ein, dass ich früher auch einfach mal Leute gefragt habe, wenn ich etwas nicht gefunden habe. Und als ob man mir diesen Gedankengang angesehen hätte, fragte mich direkt am Bahnsteig eine junge Frau, ob sie mir helfen könne und wo ich denn hin wolle.
So habe ich den Treffpunkt gefunden und das ganz ohne Handy. Nach ein oder zwei Tagen funktionierte das Handynetz auch wieder und es zeichnete sich keine Apokalypse ab. Aber ich war erstaunt, wie diverse Fernsehserien und Filme meine Gedanken beeinflusst haben. 😉

Warum bekommen Sie Panik, wenn Ihr Handy ausfällt? Oder gibt es andere technische Hilfsmittel, ohne die Ihr Alltag kaum noch vorstellbar wäre?