Eine Frage am Tag: Was bringt mir Perfektionismus?

Was bringt mir Perfektionismus?

Oft haben wir das Gefühl alles perfekt machen zu müssen. Wir wollen perfekte Arbeit abliefern, perfekt für die Prüfung vorbereitet sein, die perfekte Party schmeißen, das perfekte Geschenk aussuchen oder das perfekte Essen kochen.

Allerdings ist unsere Vorstellung von perfekt sehr subjektiv und immer mal wieder macht man die Erfahrung, dass 80% unserer Leistung auch ausgereicht hätten, um eine Aufgabe gut zu lösen oder Anerkennung von Anderen zu erlangen. Oft sind wir selbst mit uns viel kritischer als alle Anderen. Andererseits kann Perfektionismus auch Teil unseres Erfolgs sein. Dann sollten wir ihn uns auf keinen Fall abgewöhnen.

Die Frage ist also, wann ist Perfektionismus gut für mich und wann ist er unnötig und bringt mir eigentlich keinen Gewinn, sondern kostet mich nur Zeit?

In meiner Arbeit hilft mir mein Perfektionismus dabei hohe Ansprüche zu haben und mir Ziele zu setzen. Vielleicht erreiche ich nicht immer genau diese Ziele, allerdings würde ich ohne Perfektionismus evtl. gar keine Ziele erreichen. Ich habe allerdings auch gelernt, es ab einem gewissen Punkt gut sein zu lassen und nicht mehr an Präsentationen, Texten usw. herumzuändern.

Wenn wir früher gemalt oder gebastelt haben, hat meine Mutter immer gesagt: „Du musst aufhören, wenn du grade so zufrieden bist“. Und meistens hatte sie recht. Wenn ich trotzdem weitergemalt hatte, habe ich es meistens nicht mehr besser, sondern schlechter gemacht.

Das, was uns grade so zufrieden stellt, ist meistens eine gute Basis. Nur wenn man dann noch die Chance sieht, es wesentlich zu verbessern, dann lohnt es sich weiterzumachen. Wir müssen nicht immer die besten Werke abliefern, in den meisten Fällen reicht ein solides, gutes Ergebnis. Egal ob beim Essen, bei der Arbeit oder bei einer Prüfung.

Also, was fällt Ihnen zum Thema Perfektionismus ein?

6 Gedanken zu „Eine Frage am Tag: Was bringt mir Perfektionismus?

  1. Stephanie sagt:

    Kritisch auf meine Leistung zu sehen und zu versuchen beim nächsten Mal anders oder gezielter vorzugehen, aber auch mal seine Grenzen kennenzulernen. Gut ist wenn man damit umgehen kann, man wird zufriedener.

  2. Nina sagt:

    Durch meinen Hang zum Perfektionismus mache ich mir das Leben oft schwerer als es sein müsste – der Text spricht mir gerade sehr aus dem Herzen. Mittlerweile höre ich dann mit einem „Projekt“ auf, wenn ich merke, dass der Perfektionismus ein Gefühl der Unzulänglichkeit oder Belastung in mir auslöst. Meistens genügen doch tatsächlich „solide“ Ergebnisse, die in gesundem Stress entstehen. Habe ich auch schon oft festgestellt, sowohl im beruflichen als auch im privaten Bereich!

  3. Jochen Hunold-Berle sagt:

    Wer definiert, was perfekt ist? – Ich oder die anderen? Wenn ich mich immer mit anderen vergleiche, dann bin ich oft unzufrieden mit dem eigenen Werk.
    Im Unperfektem gerade in der Natur oder Kunst liegt das Schöne!
    Mein TöpferLehrer hat oft zu mir gesagt :Jetzt fängst du an zu verschlimmbessern.

  4. Brehm, Petra sagt:

    Ich halte nichts von Perfektionismus. Es so gut wie möglich zu machen reicht für mich aus. Um Perfekt zu sein, müsste ich eine erhebliche Energie aufwenden und da frage ich mich für was. Da bleibt was anderes auf der Strecke.

  5. C.F. sagt:

    Nicht in allen Lebenslagen ist Perfektionismus das richtige … ich bin perfektionistisch im Haushalt 🙂 sobald meine Wohnung toll aussieht fühle ich mich wohl … erst dann kann ich mich an den Schreibtisch setzen wenn ich weiß es ist gerade nichts anderes mehr zu erledigen … manchmal wäre die Einstellung vielleicht auch mal besser was liegen zu lassen (fällt mir aber tatsächlich sehr schwer )
    Vor ein paar Wochen habe ich einen Persönlichkeitstest gemacht –> Ergebnis : Ordnung 98% das sagt wohl alles ….

    Im Studium bin ich auch ein Perfektionist bzw. versuche mittlerweile meine Einstellung dahingegen ein wenig zu ändern … ich stehe mir damit oft selbst im Weg ..: ich möchte alles perfekt machen -lerne lerne lerne- … und was passiert … durch aufregung unachhtsamkeit geht alles in Hose …. die perfekte Lösung für das Problem weiß ich leider selbst noch nicht …

  6. Ariane sagt:

    Perfektionismus heisst für mich bestenfalls Stolz sein, im worst case Stress, den niemand versteht.
    Die richtige Dosierung ist wichtig.

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